Bibertour und Kinobrunch

Traditionell schließt die Ökofilmtour in Wulkow ab mit einer kinderfreundlichen Film-Vorführung samt Miniexkursion. Ursprünglich hatte der Verein für den letzten März-Sonntag eine morgendliche Vogelstimmenwanderung geplant. Der Experte fiel plötzlich wegen Corona aus, und so sprang Biber-Spezialist Gernot Preschel ein. Er nahm die rund 20köpfige Erwachsenen- und Kindergruppe auf eine Exkursion durch die Natur in Wulkow, auf den Spuren des Bibers. Was er nur wenige Meter abseits der bekannten Gutspark-Wege im Biotop am Dorfbach zeigen konnte, überraschte selbst langjährige Dorfbewohner: So türmte sich, etwas versteckt hinter dem früheren Kräutergarten, eine drei Meter hohe Biberburg auf. Ein geradezu kunstvoller Holzbau, der gleichzeitig auch als Damm dient und den Bach anstaut. Dass dieses Bauwerk künstlich zweigeteilt wurde, um das Wasser abfließen zu lassen, sieht der Natur- und Landschaftsführer nicht nur aus Artenschutzgründen kritisch, sondern auch aus praktischen Erwägungen. Wenn ein Damm zerstört wird, fängt der Biber sofort wieder mit der Reparatur an. Dafür holt er sich allerdings nicht das alte Baumaterial sondern besorgt sich grundsätzlich frisches. Das heißt, mit dem Eingriff wird die Zerstörung eher noch vergrößert. Besser wäre es, für das Wasser eine Umleitung zu schaffen. Und so war dann die Exkursion in die Biberlandschaft auch eine in die Schwierigkeiten des Biber-Managements. Unterdessen hatte Ökospeicher-Mitglied Ina Matthes seit dem frühen Morgen in der Speicher-Küche gestanden und den Familienbrunch vorbereitet. An das Essen schloss sich dann der Film an: „Wilde Tierkinder“ vom renommierten Naturfilmregisseur Jan Haft. Da gab es zwar keine Einblicke in die Kinderstube von Bibern, aber dafür in die von Vögeln, Fischen, Hamstern, Luchsen oder Wildschweinen. Wie immer bei den…

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Träum weiter! Wie ein Architekt Ideen teilt

Der Filmabend am 25.3. fing schon ungewöhnlich an. Auf dem Gutshof vor dem Speicher stand seit dem Nachmittag ein sehr, sehr kleiner Kleinlaster. Auf dessen Ladefläche war ein Holzhäuschen aufgebaut – kaum größer als die Hütte auf dem Spielplatz gegenüber. Von „Tiny“ – also winzigen – Häusern hatte man ja schon gehört. Aber so tiny? Ganze 2,5 Quadratmeter Grundfläche hat das Haus, erklärte Architekt und Besitzer Van Bo Le-Mentzel dem Publikum, und führte vor, dass alles drin ist, was man braucht: Zum Arbeiten, Schlafen, Kochen, Duschen und Aufs-Klo-Gehen. Da muss zwar allerlei hin und her geklappt werden. Aber irgendwie passt alles. Raffiniert durchdacht, effizient und trotzdem auch noch irgendwie gemütlich. Seine kleine Tochter passt auch mit rein und ist dort gern. Grund für die Vorführung war der anschließende Dokumentarfilm „Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung“. Der Dokumentarist Valentin Thurn porträtiert darin Menschen, die den Mut hatten, ihren eigenen Träumen zu folgen. Einer, der so ein berufliches Hamsterrad verlassen hatte und als Protagonist auftritt, ist Van-Bo Le-Mentzel. In der Diskussion nach dem Film erklärte er, wie wenig sinnstiftend es für ihn war, Marken-Shops zu designen oder Firmen auf Messen zu inszenieren. Heute arbeitet er in sozialen Projekten und teilt sein Wissen und seine Fähigkeiten mit anderen in Workshops. Das kleine Pickup-Haus vor dem Speicher ist für ihn tagsüber Büro und wird nachts als Kältebus genutzt und Berliner Obdachlosen angeboten, die dort für eine Nacht einmal wie in einem Hotelzimmer eine Tür hinter sich schließen können. Van Bo sieht sich als Diener am Gemeinwohl. „Ich muss keine Angst haben, dass ich was…

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„Dürre Zeiten“ – auch in Ostbrandenburg

Für das Ökofilmtour-Filmgespräch zu „Dürre Zeiten – der Kampf ums Wasser“ am 18.3. drängte sich eine Diskussion über die Wassersituation in der unmittelbaren Umgebung geradezu auf. Zumal im Publikum kaum jemand saß, der keinen Bezug zum Thema Dürre hat. In der ZDF-Doku aus der Reihe „Leschs Kosmos“ bekamen die Zuschauer*innen zuvor einen Eindruck über das Schwinden der Ressource Wasser nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien oder Australien. Beleuchtet wurde auch die Rolle von Flüssen und gezeigt, wie aufwändig es ist, in Wasserspeichern die nötige Qualität zu erhalten. Wie also steht es um unsere Region? Auf dem Podium stellte sich die Wissenschaftlerin Jessica Landgraf vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei den Fragen des Publikums und des Moderators. Die Doktorandin gehört zu einer Forschungsgruppe, die sich detailliert mit den Wasserbewegungen in einer 66 Quadratkilometer großen Beispiel-Region östlich von Fürstenwalde beschäftigt: Was kommt als Niederschlag, wieviel verdunstet, wieviel geht ins Grundwasser und wieviel in die bodennahe Schichten. Diese Prozesse werden noch einmal spezifisch für verschiedene Landschaftstypen untersucht, etwa Mischwälder, Ackerflächen, Grünland.   Jessica Landgraf berichtete dem Publikum, dass nach der Dürre 2018 / 2019 die Grundwasserstände um etwa 40 Zentimeter absanken. Ein Defizit, das auch danach nicht ausgeglichen wurde. Es bräuchte, so Jessica Landgraf, vier bis fünf regenreiche Jahre, um wieder auf den alten Stand zu kommen. Starkniederschläge wie im Sommer 2021 hätten nur wenig Wirkung. Pflanzen helfen sich beim Wasser gegenseitig Die Wissenschaftlerin regt ein Umdenken in der Landnutzung an. Verschiedene Landschafts- und Vegetationstypen können unterschiedlich Wasser speichern und für die Pflanzen nutzbar machen. In dieser Fähigkeit können sie…

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Reparieren statt Wegwerfen – Filmgespräch mit Radiodoktoren

Am 10.3. gab es bei der Wulkower Ökofilmtour die SWR-Doku „Reparieren statt Wegwerfen“ zu sehen; das Porträt eines durch und durch sympathischen Handwerkers, der sich gegen die Wegwerfmentalität wendet und sich für die Langlebigkeit elektrischer Geräte engagiert. Auch wenn die Reparaturen manchem als unwirtschaftlich erscheinen. Ein Widerstand  gegen die von Herstellern„geplante Obsoleszenz“ - ein Thema, das auch schon im Ökospeicher in diversen Diskussionen und einem Workshop eine Rolle spielte. Eine gute Gelegenheit, um im anschließenden Gespräch eine passende Initiative aus der Region vorzustellen: Die „Radiodoktoren“ Reiner Krüger und Karl-Heinz Boßan berichteten darüber, wie sie im Kunstspeicher Friedersdorf alte Röhrenradios vor dem Wegwerfen retten. Und sie führten vor, wie sich so eine alte Kiste wieder zum Klingen bringen lässt. Als besonderen Service bauen sie in die Geräte moderne Bluetooth-Module ein und machen die Radios damit über Smartphones streamingfähig. Neben einem derart aufgemotzten alten Radio brachte der frühere Rundfunk- und Fernsehmechaniker-Meister Krüger noch eine ganze Reihe von Elektronik-Bauteilen mit, mit denen er die unaufhaltsame und rasante Miniaturisierung des Radio-Innenlebens eindrucksvoll belegen konnte: Röhren, Transistoren und schließlich in ihrer Gerätestruktur nicht mehr erkenn- und reparierbare Einzelchips. Der einstige Ingenieur Karl-Heinz Boßan rührte kräftig die Werbetrommel für das von ihm aufgebaute Radiomuseum im Kunstspeicher Friedersdorf. Das kann hier tatsächlich empfohlen werden, nicht nur für Technikfans. In einzelnen Epochen-Inseln wird Rundfunk-Geschichte nicht nur in ihrer technischen Entwicklung, sondern auch auch in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang erzählt.

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Expedition Arktis – interessante Leute, tolle Bilder

Auftakt für die Ökofilmtour war am 4.3. der abendfüllende Dokumentarfilm „Expedition Arktis. Ein Jahr. Ein Schiff. Im Eis“. Der Film erzählt, wie sich 300 Wissenschaftler*innen 2019/2020 mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts auf eine winterliche Eisdrift begaben – eine Forschungsreise, die enorm zum Verständnis des Klimawandels beitragen sollte. In der anschließenden, nicht moderierten, Gesprächsrunde zeigten sich Besucher*innen beeindruckt von der gezeigten Vielfalt der Untersuchungen und von den Widrigkeiten, denen die Forschenden im Polargebiet ausgesetzt waren. Weitere Eindrücke: „Was es alles gibt auf so einer Forschungsstation!“ „Ich habe nicht alle wissenschaftlichen Details verstanden“. „Interessante Leute auf diesem Schiff“. „Eine wichtige Mission“. „Tolle Bilder“.

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Ökofilmtour startet am Freitag, 4.3.

Am Freitag startet im Ökospeicher Wulkow wieder die Ökofilmtour. Insgesamt fünf Veranstaltungen versprechen spannende Filmabende und interessante Diskussionen zu Nachhaltigkeits- und Umweltthemen. Auftakt ist am  4. März, 19 Uhr, die bildstarke und eindrucksvolle Dokumentation „Expedition Arktis – Ein Jahr. Ein Schiff. Im Eis“ über die internationale MOSAIC-Expedition im Nordpolarmeer. Am Donnerstag, 10. März, 19 Uhr, zeigt der Verein den Beitrag „Reparieren statt Wegwerfen“ - das anrührende Porträt eines Elektromeisters, der es gar nicht einsieht, alte Elektrogeräte einfach so auf den Schrott zu werfen. Für das anschließende Gespräch haben wir uns mit den „Radiodoktoren“ aus Seelow und Friedersdorf verabredet, einer Gruppe von Radio-Enthusiasten, die alte Röhrenempfänger aufmöbeln und zu modernen streamingfähigen Radios aufrüsten. Am Freitag, 18.3., startet die Dokumentation „Dürre Zeiten – der Kampf ums Wasser“. Die ZDF-Dokumentation setzt sich damit auseinander, wie auch hierzulande die Ressource Wasser immer knapper wird und wie sich der Kampf ums „blaue Gold“ vielleicht doch noch gewinnen lässt. Als Gesprächspartnerin steht uns die Wissenschaftlerin Jessica Landgraf vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin zur Verfügung. Sie hat intensiv die Landschaft östlich von Fürstenwalde untersucht und dabei tiefe Einblicke gewonnen, wie es um die Wassersituation in Ostbrandenburg steht. „Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung“ heißt ein abendfüllender Kinodokumentarfilm des Regisseurs Valentin Thurn. Für seinen Dokumentarfilm hat er  drei Jahre lang unterschiedliche Menschen begleitet, die ihre Träume in die Tat umgesetzt und erstaunliche Brüche in ihrer Biografie riskiert haben. Der Verein zeigt den Film am Freitag, 25.3., 19 Uhr. Erneut veranstaltet der Ökospeicher einen Familien-Kino-Vormittag, verbunden mit einem Brunch und einer Miniexkursion in die umgebende Natur. Gezeigt…

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Wo das Grundwasser in den Himmel guckt

Zum größten Teil sei Brandenburgs Wassermisere dem Klimawandel geschuldet, eigene Stellschrauben haben wir kaum noch. Was der Hydrologe Gunnar Lischeid über den Zustand des Brandenburger Wassers zu sagen hatte, klingt ernüchternd. Professor Lischeid forscht und lehrt am ZALF in Müncheberg und an der Uni Potsdam als Hydrologe. „Seit 30, 40 Jahren haben wir einen Rückgang des tiefen Grundwassers“, sagte der Wissenschaftler im Online-Filmgespräch zur Ökofilmtour im Ökospeicher Wulkow. „Dieses tiefe Grundwasser ist das Rückgrat unseres Landschaftswasserhaushalts. Es speist unsere Flüsse und Seen. Dieses Rückgrat funktioniert nicht mehr richtig.“ Selbst wenn wir ein paar Jahre „normales Wetter“ bekämen – die Situation werde sich weiter verschärfen. Und die Effekte potenzieren sich. Steigende Wasserentnahme, verschwindendes Grundwasser, die Dürren der letzten Jahre. „Wenn das alles nur an der Beregnung von Golfplätzen läge, dann hätten wir einen Schuldigen und alles wäre ganz einfach.“ Ist es aber nicht. Damit sprach Gunnar Lischeid eine Situation an, die in der RBB-Doku „Auf dem Trockenen“ eine zentrale Rolle spielt: Der ständige Rückgang des Seddiner Sees. Der Fischer dort fängt kaum noch etwas, als Badesee wird der Seddiner See immer unattraktiver – auf der anderen Seite werden enorme Mengen zur Beregnung eines Golfplatzes entnommen.  Für Nico Schmolke, einen der beiden Filmautoren, war der Seddiner See ein sehr geeignetes Beispiel, um die Probleme über die verschiedenen Nutzungsinteressen deutlich zu machen. Denn vielen Menschen, hat Schmolke in seiner Recherche erlebt, sei die Dramatik der Situation gar nicht klar. Seddin ist absolut kein Einzelfall, ergänzte Gunnar Lischeid und wies auf die starken Wasserrückgänge im Straussee hin. „Durch die Seen guckt das Grundwasser…

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Ein Plädoyer für Unordung

Ökofilmtour-Gespräch mit Melanie von Orlow über "Rettet die Insekten" Der Film „Rettet die Insekten“ von Jan Haft war „optisch wieder mal ein Highlight, hochgradig professionell“, freute sich Melanie von Orlow im Online-Filmgespräch. Die promovierte NABU-Insektenspezialistin outete sich als großer Fan des Naturfilmers, der schon mehrfach den Publikumspreis der Ökofilmtour gewonnen hatte. Der Film zeige eine große Vielfalt der heimischen Insektenwelt.  Darunter so erstaunliche Wesen wie die Schornsteinwespen, die zu ihren Nestern lange, nach außen gestülpten Röhren bauen. „Diese Wespen gibt’s auch hier, sogar in Berlin“, erklärte Melanie von Orlow. Das Einzige, was sie an dem Film kritisierte: „Ja, wie rettet man sie denn, die Insekten? Der praktische Teil kam mir etwas zu kurz.“ Dazu allerdings hatte Melanie von Orlow in der Filmdiskussion des Ökospeicher-Vereins einiges zu sagen, zumindest für ihr Fachgebiet, die Hummeln, Bienen, Wespen und Hornissen, „also alles was sticht und fliegt“. Von Orlow leitet in Berlin den Hymenopteren-Dienst, der vor allem Hausbesitzer und Bauherren im Umgang mit den Tieren berät. Was das Artensterben betrifft, kann Melanie von Orlow für ihr Fachgebiet sagen, dass es der Streusandbüchse Brandenburg noch vergleichsweise gut gehe. Es gebe dennoch Arten, die schon verschwunden oder selten geworden sind. Es seien die hochgradig spezialisierte Bienenarten, die besonders in Gefahr sind. Zum Beispiel die Zaunrüben-Sandbiene, die nur den Pollen der männlichen Pflanze der Zaunrübe braucht. Eine andere nutzt die Blätter des Klatschmohns, um daraus kleine oberflächliche Nester im Boden zu machen. Die komme nur noch in wenigen Gebieten an der Oder vor. Das Verschwinden dieser Bienen sei nicht nur ein Effekt des Klimawandels. „Und wenn…

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