BODENLEBEN. BODENLOS.

eine Reise von Hektar zu Hektar

In zwei Handvoll Erde können so viele Organismen leben, wie es Menschen auf der Erde gibt. Gemeinsam bilden sie die Grundlage unserer Existenz. Mit dem Projekt „Bodenleben. Bodenlos.“ beackern wir ein wissenschaftliches Feld mit künstlerischen Mitteln. Dafür wechseln wir von der Vogel- in die Regenwurmperspektive und widmen uns dem vielleicht Unpopulärsten der vier Elemente. Alle Informationen finden sich in unserer Projektbeschreibung (PDF)

Die Reise vom 11. – 15. Juni

Eine kleine Karawane aus Künstler*innen, Landwirt*innen und Wissenschaftler*innen zieht Mitte Juni gemeinsam durch den Osten Brandenburgs. Wir graben tief, fragen nach und hören zu. Wem gehört das Land? Was ist das für ein Boden? Welche Fragen stellt er uns? An verschiedenen Orten, bei Hofbesuchen und beim Wandern abseits der Wege – zwischen Mais, Raps und Rüben – beschäftigen wir uns mit dem, was unter unseren Füßen liegt und schreiben Geschichten auf und weiter. Aus den Begegnungen und Erfahrungen entstehen künstlerische Arbeiten und Beiträge für das erste Bodenfestival Brandenburgs.

Bodenfestival am 03. Oktober 2026

Am 03.10.2026 feiern wir das erste Bodenfestival Deutschlands und laden zu Workshops und zum Dialog in den Ökospeicher ein. Wir zeigen die künstlerischen Ergebnisse der Reise und möchten mit euch in den Austausch dazu kommen, wie wir unseren Boden wahrnehmen, nutzen und künftig nutzen wollen. Dabei gehen wir einen spielerischen und kreativen Weg so dass es neben Unterhaltung auch viele Möglichkeiten zum Mitmachen, Ausprobieren und Erleben gibt.

Marktgeschehen

Wanderlabor: Kunst trifft Wissenschaft trifft Praxis

Mitte Juni machen wir uns mit einer Gruppe an Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen auf den Weg durch Ostbrandenburg. Jede und jeder reist mit einer eigenen Frage los und gemeinsam wandern, flanieren und erkunden wir. Wir haben ein Ziel und erste Ideen, möchten aber auch zuhören, hinsehen und uns überraschen lassen. Wenn ihr in der Nähe unserer Route liegt, einen Bezug zum Thema habt oder einfach neugierig seid, dann kommen wir gerne vorbei oder treffen euch. Das ist in etwa unsere Route vom 11.-15. Juni

Nachfolgend findet ihr alle Mitreisenden und weitere Informationen zu ihrem Hintergrund und ihrer Arbeit:

Christian Albrecht - Boden & Bewirtschaftung

Christians Ausbildung zum Gemüsegärtner begann mit der Erkenntnis, dass die Art der Landbewirtschaftung mit einem Großteil der Herausforderungen der Menschheit in Verbindung steht. Im Umkehrschluss liefert die Landwirtschaft auch Lösungsansätze für nahezu alle globalen Krisen, wie Wasserknappheit, Verteilungsungerechtigkeit, Klimaveränderung sowie Verlust der Ernährungssouveränität und Biodiversität. Eine zentrale Rolle nehmen für ihn dabei ein gerechter Zugang zum Gemeingut Boden, eine diverse Gestaltung unserer Kulturlandschaft und eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ein.

Zusätzlich zu seiner praktischen Arbeit auf Feld und Traktor setzt sich Christian als Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“, des „Netzwerk solidarische Landwirtschaft“ und der „Kulturland Genossenschaft“ genau für diese Belange ein. Aktuell studiert Christian „Ökologischer Landbau und Vermarktung“ an der „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ in Eberswalde und unterstützt studiumsbegleitend die Betriebsgründung der „EduFarm GmbH“ in Melchow.

https://www.solidarische-landwirtschaft.org

In ihren skulpturalen Arbeiten erforscht Alison Darby Oberflächen, urbane Archäologien und landschaftliche Territorien, die Spuren menschlichen Wirkens aufweisen. Sie richtet ihren Blick auf den Boden und unterzieht die Texturen einer sorgfältigen Betrachtung. Ausgehend von Formen und Materialien fragt sie danach, was für diese Gesellschaft fundamental und prägend ist und welche Muster und Mechanismen unter den Oberflächen verborgen liegen.

Darby interessiert sich besonders für scheinbar leere Orte, Nicht-Orte oder Lücken, die als Moment des Dazwischen und als Übergang existieren. Dabei reflektiert die Künstlerin, wie sich Bedeutungen durch unterschiedliche Nutzungen und historische Transformationen an diesen Orten akkumulieren. Am Beispiel eines Bürgersteigs, einer Brachfläche oder einer Moorlandschaft untersucht sie welche Erinnerungen, Spuren und Geschichten im Material gespeichert sind.  

https://www.instagram.com/alisondarby____/

Dr. Stefanie Harwart ist Geowissenschaftlerin mit Fokus auf Boden, Wasser und Landschaftsstrukturen. Sie analysiert Landschaften aus einer interdisziplinären Perspektive – von Geologie und Agrarwissenschaften über Wasserführung und mikrobielle Bodenprozesse bis hin zur Auswertung von Satellitendaten und Luftbildern.

Ihr Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die den Wasserrückhalt stärken und den nachhaltigen Aufbau fruchtbarer Böden fördern. Ergänzend unternimmt sie metaphysische Reisen in die belebte Natur und übersetzt innere Erkenntnisse in künstlerische Bilder, um Wissenschaft, Wahrnehmung und Kreativität zu vereinen.

https://kompostino.de/

Als freischaffender Künstler investiert Patrick Will viel Zeit im Umherstreifen durch abwegige Gebiete und Habitate. In ihnen sammelt er Zustände, die gesellschaftliches Unbehagen hervorrufen oder als ordinär gelten. Sein künstlerischer Ansatz ist es dabei, diese Zuschreibungen zu untersuchen und zu hinterfragen: Sei es der Schleim im Taschentuch, die Ablagerungen in High-Tech-Toiletten, das unerlaubte Urinieren im Park oder das Unkraut im Garten. Die Formen und Formate liegen in den untersuchten Gegen- oder Umständen bereits verborgen. Durch Horchen, Sprechenlassen und letztliches Personifizieren treten sie zutage und gehen einen Dialog ein. Seit 2024 betreibt Patrick Will eigene Fasernesselflächen zu textilen und wissenschaftlichen Forschungszwecken im Umland von Chemnitz. Der Aufschluss seiner Bastfaserpflanzen hängt dabei von der sogenannten Feldröste und einer gesunden ökologischen Bodenfauna ab.

https://www.patrickwill.net/urtica/

Sarah Sandring ist Dokumentarfilmerin, Kamerafrau und Fotografin. Sie studierte Medien und Film in den USA und arbeitet seitdem international an eigenen Projekten und Auftragsarbeiten für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das BMZ, den Berliner Senat u.a. Als Fotografin und Künstlerin arbeitet sie regelmäßig mit Menschen vor Ort zusammen.

Ihre Projekte hinterfragen die Unterschiede zwischen Dokumentation und Kunst und stärken lokale Perspektiven. Die Beziehung Menschen-Boden zieht sich als roter Faden durch Sarah Sandrings Arbeit, ob in internationalen Projekten wie „MAATI – Geschichten von Erde“, der Community-Kunst Initiative „Picturing Me“, das Bauernsuizide in Indien thematisiert oder der gemeinschaftlichen Portraitreihe „ERBEN DES FORTSCHRITTS – Geschichten von Klima und Wandel in Mecklenburg-Vorpommern“.

www.nirgunfilms.com

Marianna Sonneck ist Schauspielerin und seit 2000 Teil der Künstler*innengruppe Club Real. Sie arbeitet an partizipativen Kunstformen und dem Langzeitprojekt Organismendemokratie.

In Frankfurt (Oder) und Slubice verwirklichte sie 2015 – 2017 das Projekt FOLKSTHEATER-TEATR LUDOWY und gab über die Arbeit das Buch Partizipation Stadt Theater heraus. Auch schrieb sie 2018 und 2019 im Rahmen einer partizipativen Schreibperformance im Kulturzug Berlin – Wroclaw eine Saga über die Region mit dem Titel „Stadt an der Grenze“.

Zum Thema Boden hat sie durch das Langzeitprojekt Organismendemokratie einerseits einen starken Fokus auf den Bodenlebewesen und wie man diesen mehr Respekt entgegenbringen kann und ist andererseits sehr an der dramatischen Geschichte der Ost-West Landumverteilungen interessiert und wie sich diese auf das Verhältnis der Menschen zum Boden heute auswirkt.

https://organismendemokratie.org/

Dem Boden näher kommen - Tipps für euch

Orte zum Anfassen, Erkunden und Mitmachen

Dinge, die ihr vom Sofa aus tun könnt

 

Förderer und Partner

Wir danken unseren Förderpartnern für die finanzielle Unterstützung:
Kulturland Brandenburg // Stiftung Edith Maryon // Alfred Töpfer Stiftung  //Sparkasse Märkisch-Oderland