Ökospeicher-Verein beschließt Konzept zur Zukunftssicherung

Bei der Jahresversammlung am 21. Dezember 2023 haben die Mitglieder des Ökospeicher e.V. ein Konzept zur Zukunftssicherung des Vereines und seines gleichnamigen Gebäudes einstimmig beschlossen. Es beinhaltet u.a. folgende Punkte: „Alter Speicher sucht neue Leute“: Der Verein öffnet seine Türen für Menschen mit Energie, Know-how und guten Ideen, die im Speicher ein Tätigkeitsfeld oder neues Zuhause finden wollen. Wer sich dafür interessiert, kann hier Informationen für die Bewerbung abrufen. (pdf, 0,2 MB).  Workcamp vom 29. April bis 5. Mai 2024: Bei diesem einwöchigen Arbeitseinsatz wurden fällige Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten am Speicher gemeinschaftlich und ehrenamtlich erledigt.  „Arbeit auf viele Schultern“: Einige Aktive der ersten Stunden werden künftig kürzer treten. Um die Lücken zu füllen, will der Verein die anstehenden Arbeiten auf mehr Schultern verteilen. Freiwillige sind herzlich willkommen. Kneipenabende im Vereinscafé: Ab Februar soll es freitags regelmäßige Kneipenabende im Vereinscafé geben – meist in Kombination mit Veranstaltungen. Auch hier werden zur Verstärkung des Kneipen-Teams Freiwillige gesucht, die sich gerne unter cafe@oekospeicher.de melden können. Gruppenbild zum Schluss - 26 Mitglieder und Unterstützende legten sich beim Workcamp ins Zeug

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Wo das Grundwasser in den Himmel guckt

Zum größten Teil sei Brandenburgs Wassermisere dem Klimawandel geschuldet, eigene Stellschrauben haben wir kaum noch. Was der Hydrologe Gunnar Lischeid über den Zustand des Brandenburger Wassers zu sagen hatte, klingt ernüchternd. Professor Lischeid forscht und lehrt am ZALF in Müncheberg und an der Uni Potsdam als Hydrologe. „Seit 30, 40 Jahren haben wir einen Rückgang des tiefen Grundwassers“, sagte der Wissenschaftler im Online-Filmgespräch zur Ökofilmtour im Ökospeicher Wulkow. „Dieses tiefe Grundwasser ist das Rückgrat unseres Landschaftswasserhaushalts. Es speist unsere Flüsse und Seen. Dieses Rückgrat funktioniert nicht mehr richtig.“ Selbst wenn wir ein paar Jahre „normales Wetter“ bekämen – die Situation werde sich weiter verschärfen. Und die Effekte potenzieren sich. Steigende Wasserentnahme, verschwindendes Grundwasser, die Dürren der letzten Jahre. „Wenn das alles nur an der Beregnung von Golfplätzen läge, dann hätten wir einen Schuldigen und alles wäre ganz einfach.“ Ist es aber nicht. Damit sprach Gunnar Lischeid eine Situation an, die in der RBB-Doku „Auf dem Trockenen“ eine zentrale Rolle spielt: Der ständige Rückgang des Seddiner Sees. Der Fischer dort fängt kaum noch etwas, als Badesee wird der Seddiner See immer unattraktiver – auf der anderen Seite werden enorme Mengen zur Beregnung eines Golfplatzes entnommen.  Für Nico Schmolke, einen der beiden Filmautoren, war der Seddiner See ein sehr geeignetes Beispiel, um die Probleme über die verschiedenen Nutzungsinteressen deutlich zu machen. Denn vielen Menschen, hat Schmolke in seiner Recherche erlebt, sei die Dramatik der Situation gar nicht klar. Seddin ist absolut kein Einzelfall, ergänzte Gunnar Lischeid und wies auf die starken Wasserrückgänge im Straussee hin. „Durch die Seen guckt das Grundwasser…

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Wir machen weiter – mit Ausbau und Sanierung

Für Besucher ist der Speicher geschlossen – dennoch tut sich etwas im Haus. Vereinsmitglieder und andere Helfer nutzen die Zeit des Lockdowns aktuell für Aufräum- und Sanierungsarbeiten. So werden die Zimmer im 3.Obergeschoss neu gemalert und die Elektroinstallationen im gesamten Haus geprüft und einheitlich beschriftet. Zudem wird der Speicher aufgeräumt und entschlackt - die nicht mehr benötigten Materialien und Gegenstände können umsonst oder gegen eine kleine Spende abgeholt werden (jeden Freitag bis Mitte März jeweils zu den Ladenöffnungszeiten von 10 bis 13 Uhr; bitte bei Hanne Hiekel melden). Das erste Obergeschoss wird nach den Vorstellungen des Vereins als multifunktionaler Raum optimiert. Die Etage soll als Coworking-Space Kreative inspirieren und gleichermaßen für Filmabende, als Konzertsaal oder Lesebühne funktionieren.  Seminarteilnehmer sollen sich genauso wohlfühlen wie Marktbesucher. Nicht zuletzt kommen diese Veränderungen auch möglichen pandemiebedingten Einschränkungen entgegen, indem sich Gäste auf einer größeren Fläche verteilen. In diese Umgestaltung wird studentische Inspiration einfließen. Der Verein kooperiert dafür mit dem Fachbereich Produktdesign der Fachhochschule Potsdam.   Zudem wird der Verein dank des bundesweiten Programms „Neustart Kultur“ auch in Technik und Hygieneausstattung investieren können. „Ein Verein – ein Haus – viele Ideen – wir machen weiter“ – so heißt das Projekt, mit dem sich der Ökospeicher e.V.  erfolgreich um eine Förderung beworben hat. Damit stärkt und erhält der Verein seine Funktionen als Kultureinrichtung in Zeiten von Corona und danach. Konkret sollen eine zusätzliche Toilette für den Seminarraum eingebaut sowie Luftreiniger und Hygieneschutz beschafft werden. Die Heizung soll erweitert, Veranstaltungs- und Brandschutztechnik sollen modernisiert werden. Zur Umsetzung all dieser Vorhaben hat der Verein einen erheblichen Eigenanteil…

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Was Wulkow für mein Leben bedeutet

Von Kurt Krambach Kurt Krambach ist Agrarsoziologe und Professor Dr. sc. phil. i. R. Er gründete 2005 die Arbeitsgemeinschaft Lebendige Dörfer. Von 2010 bis 2017 war er Vorstandsmitglied der European Rural Community Association (ERCA) und ist seither Observer im Vorstand; er war 2015 Gründungsmitglied und bis 2016 Vorsitzender des Dorfbewegung Brandenburg e. V. sowie Gründungs- und Beiratsmitglied des 2013 gegründeten Bundesverbands Lebendige Dörfer e.V. Kurt Krambach ist langjähriges Mitglied des Ökospeicher e.V. Am 31. Dezember 2020 feiert er seinen 90. Geburtstag. Anfang der 1990er Jahre kam ich mit einer kleinen Gruppe von Agrarsoziologen nach Wulkow, um im Rahmen einer landesweit angelegten Analyse der Transformationen in der Sozialstruktur und den Lebensverhältnissen dies auch in einem Dorf als Ganzes zu untersuchen: Wulkow war uns vom Landwirtschaftsministerium empfohlen worden, „…weil da etwas Neues im Gange war“.                                                                                         Schon in der DDR hatten wir Probleme kleiner Dörfer untersucht und ein Konzept stabiler Dorfentwicklung erarbeitet. In der Hoffnung auf einen Neubeginn unter der Modrow-Regierung hatten wir uns mit einem Brief „Vergesst die kleinen Dörfer nicht“ an Hans Modrow gewandt. Und nun lernte ich ein Dorf kennen, das vorher zu der Siedlungskategorie ohne Perspektive gehört hatte und nun mit einer „ökologisch orientierten Dorfentwicklung“ lebendig und zukunftsfähig bleiben wollte. Dieses Konzept enthielt genau unsere Stabilitätsaspekte – von der lokalen Ökonomie über dörfliche Infrastruktur und demografische Struktur bis zur selbst gestalteten dörflichen Lebensweise, also für uns eine Bestätigung der Allgemeingültigkeit dieser Stabilitätsmerkmale mit einer wichtigen Ergänzung, die wir nun von Wulkow lernten: die ökologische Orientierung! Das war für mich der Beginn eines dauernden Prozesses, in dem Wulkow…

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