Das war die Ökofilmtour 2023

Noch nie waren die Veranstaltungen so gut besucht wie in diesem Jahr. Der Ökospeicher beteiligte sich 2023 zum 15. Mal an der Ökofilmtour. Wieder hatte das Vorbereitungsteam Filme ausgewählt, die das Publikum einerseits mit globalen Umweltfragen konfrontieren. Andererseits standen Dokumentationen auf dem Programm, die einen starken Bezug zum Leben vor der eigenen Haustür haben. Thematisch ging es um die Klimakrise und das Grönlandeis, um den Zustand von Ackerböden, um die biologische Vielfalt im Gemüsegarten und um die schwindenden Wasserressourcen. Der Ostermarkt am 2. April war wieder verknüpft mit dem Ökofilmtour-Familientag. Nach einem Film über eine wunderbare Meisenfamilie lud der Verein wieder zur Miniexkursion in den Gutspark ein - mit Bestimmungsbuch und dem zwitschernden Zauberstift galt es die Vögel im Park zu entdecken und zu erkennen, zudem kam ein Ausflug zu einem Tümpel. In jedem Fall standen kompetente Gesprächspartner bereit: Filmemacher, Forschende, Landwirtinnen und Naturschützer. Der Ostermarkt am 2. April war wieder verknüpft mit dem Ökofilmtour-Familientag. Nach einem Film über eine wunderbare Meisenfamilie lud der Verein wieder zur Miniexkursion in den Gutspark ein - mit Bestimmungsbuch und dem zwitschernden Zauberstift galt es die Vögel im Park zu entdecken und zu erkennen, zudem kam ein Ausflug zu einem Tümpel. In jedem Fall standen kompetente Gesprächspartner bereit: Filmemacher, Forschende, Landwirtinnen und Naturschützer. Über die Ökofilmtour: Die 18. Ausgabe der Ökofilmtour findet von Januar bis April 2023 in bis zu 70 Orten in Brandenburg statt. Das Programm des Brandenburgischen Festivals des Umwelt- und Naturfilms 2023 besteht aus 52 langen und kurzen Filmen, die sich mit sich mit globalem Umwelt- und Naturschutz und verwandten…

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Von Meisen und Forschern

Es war genau der richtige Film für den Ökofilmtour-Familientag im Ökospeicher. 31 kleine und große Zuschauerinnen und Zuschauer haben die Naturdoku "Kleine Meise - ganz groß" verfolgt – so viel waren es noch nie bei der vormittäglichen Familien-Vorstellung während des Ostermarkts. Anschließend ging es mit dem Umweltpädagogen Thomas Zwiener und mit Solveig Schramm, Leiterin der Kita „Grashüpfer“, auf Miniexkursion in den Park. Und da waren sie dann wieder: Die Kohlmeisen aus dem Film! Aber auch noch viele andere, die der Exkursionsleiter mit dem Bestimmungsbuch und dem zwitschernden Zauberstift identifizieren konnte: Darunter den Gimpel und den seltenen, schön gelben Pirol. Die Exkursion endete wieder mit Keschern und Käferlupen an einem kleinen Tümpel im Park. Da gibt’s auch im zeitigen Frühjahr schon einiges zu erkunden: Wasserläufer, Mückenlarven und kleine Schnecken. Für die kleinen Exkursionsteilnehmer gab es am Ende sogar noch eine Naturforscher-Urkunde, höchstpersönlich unterschrieben von der Grashüpfer-Chefin und von Exkursionsleiter Thomas Zwiener! Über den Film Was spielt sich nicht alles im Leben einer Kohlmeisen-Familie ab: Da wird gesungen, angebandelt und fremdgegangen, da wird Futter und Nistmaterial geklaut, auf raffinierte Weise das Fliegen gelernt und die Furcht vor dem Sperber. Der MDR-Film „Kleine Meise – ganz groß“ von Yann Sochaczewski und Marlen Hundertmark hat dies alles ganz wunderbar auf einer Streuobstwiese „irgendwo in Deutschland“ beobachtet: witzig, aufwendig und liebevoll gefilmt, vertont, montiert und getextet. So hat man den Allerweltsvogel noch nicht gesehen. Tipp: Der Film ist noch bis 29.September 2023 in der ARD-Mediathek zu sehen!   https://youtu.be/QUeELuVFn4I

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Geht uns das Wasser aus?

Die Landwirtin Maria Giménez hat einen Plan B. Sie will ihre Felder möglichst kaum bewässern – um die kostbare Ressource im trockenen Brandenburg zu schonen. Was Pappeln dabei helfen, unter anderem darüber erzählt die ZDF-Dokumentation „SOS-Dürrealarm - Wege aus der Wassernot“. Am 24. März zeigte sie der Ökospeicher im Rahmen der Ökofilmtour. Gast beim anschließenden Filmgespräch war Prof. Irina Engelhardt, Hydrogeologin an der TU Berlin. Geht uns das Wasser tatsächlich aus? Das ist die große Frage, auf die die Berliner Wissenschaftlerin Prof. Irina Engelhardt in einem Forschungsprojekt zwischen Spreewald und Berliner Rand Antworten sucht. „Keiner weiß genau, wie viel Wasser eigentlich da ist“, erzählt die Wissenschaftlerin im Filmgespräch. Zwar sehen die Forscher, dass Grundwasserpegel fallen. Daran allein aber lässt sich nicht ablesen, wie gut die  verschiedenen Grundwasserleiter gefüllt sind und wie sie sich verändern. Das wollen die Wissenschaftler analysieren. Es fehlen aber auch Daten, welche Mengen tatsächlich gefördert werden, vor allem durch Industrie und Gewerbe sowie die Landwirtschaft. Für jeden sichtbar ist, dass Wasser aus der Landschaft verschwindet. In der Region um den Straussee und um die Rüdersdorfer Gewässer ist das Grundwasser in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 1,5 Meter zurückgegangen. „Das ist schon relativ viel“, erkläutert die Forscherin. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen beschäftigt sich Irina Engelhardt mit Fragen des Wassermanagements. Von Ländern wie Israel ließe sich dabei viel lernen. Dort wird etwa gereinigtes Wasser aus den Kläranlagen in der Landwirtschaft genutzt. Israel recycelt 86 Prozent des Wassers, Brandenburg gerade fünf Prozent. Und auch beim Sparen können wir noch zulegen: Während jeder Brandenburger 110 Liter…

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Schlägt der Blumenkohl Alarm…

... kommt die Wespenpolizei! So war es am 17. März zu sehen. Da zeigte der Ökospeicher im Rahmen der Ökofilmtour den Film "Naturwunder Gemüsegarten - die große Welt der kleinen Tiere". Anschließend sprach der Insektenforscher und Ökologe Dr. Martin Wiemers vom Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg mit Moderator Fred Pilarski über Insektenschutz und biologisches Gleichgewicht in Gemüsegärten und darüber hinaus. Das „Naturwunder Gemüsegarten“ aus dem Film – gibt es das wirklich in der gezeigten Form? Ist der Garten eine inszenierte Naturfilm-Idylle? Für Dr. Martin Wiemers vom Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg ist die Antwort klar: Der Film sei gut recherchiert und stimmig. Ein giftfreier, gepflegter Gemüsegarten kann ein Ort der biologischen Vielfalt und des Gleichgewichts sein. Der Insektenforscher und Ökologe räumt ein, dass es nicht immer so perfekt läuft wie im Film, wo beim Blumenkohl-Befall mit Kohlweißlingsraupen sofort die Schlupfwespenpolizei kommt. Das Gift zerstört die Gegenspieler stärker als die eigentlichen Schädlinge. Das ist das Problem Dr. Martin Wiemers, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg „Im Einzelnen kann es auch mal passieren, dass ein paar Pflanzen dran glauben müssen. Aber ich denke schon, wir sollten der Natur den Raum geben. Wir können im Garten auch mal auf eine Pflanze verzichten, statt Gift zu spritzen. Das Gift zerstört die Gegenspieler stärker als die eigentlichen Schädlinge. Das ist das Problem.“ Der Wissenschaftler berichtete im Filmgespräch von Forschungsaufenthalten an vielen Orten der Welt. Ob beim Reisanbau in Asien oder im Obstbau in Südtirol: Immer wieder habe er die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz von Insektiziden die Schäden tendenziell eher vergrößert als minimiert…

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Boden gut machen

"Boden gut machen - richtig ackern für's Klima" hieß der Film, der am 10.März zur Ökofilomtour in Wulkow gezeigt wurde. Beim anschließenden gut besuchten Filmgespräch erläuterten drei Landwirte aus Wulkow ihre Sicht auf das Thema. Die Äcker rund um Wulkow sind Flickenteppiche. Da ein Stück sandige Erde, daneben wird es tonig und dann wieder feinkrümelig und dunkler. Landwirt Golo Philipp hat Dutzende Bodenproben von seinen Felder mitgebracht – zum Anfassen und Staunen: So verschieden kann Boden auf engstem Raum sein. Boden gut zu machen ist für Bauern rund um Wulkow nicht einfach: Es regnet zu wenig, Humus bildet sich schwer. Da sind sich die Landwirtinnen und Landwirte in der Film-Talk-Runde einig: Ulrike Raulf betreibt Ökolandbau, Johannes Bühler ist gerade dabei, ihren Hof zu übernehmen und Golo Philipp Familie betreibt schon lange Landwirtschaft in dieser Gegend. Die Zahl der Regenwürmer, sagt er, sagt in Brandenburg nicht unbedingt etwas über die Bodenqualität. Wenn es so trocken ist wie im vergangenen Jahr, brechen die Populationen ein.  „Was ein Zeichen für einen fruchtbaren, gesunden Boden ist, das ist ein massives Wurzelwerk der Pflanzen“, sagt Ulrike Raulf. Sie nutzt den Mist der Rinder, baut in ihrer Fruchtfolge Kleegras an, um in einer Kreislaufwirtschaft Humus aufzubauen. Das sieht Golo Philipp genauso: „Kleegras ist das A und O. Man kann nicht nur mit Gras Humus aufbauen. Humus besteht aus extrem viel Stickstoff.“ Den liefern Leguminosen wie Kleegras. Golo Philipps verzichtet unter anderem auf das Pflügen, um Humus zu fördern. Unterschiedliche Ansichten zum Pflanzenschutz Pflügen oder nicht – Johannes will weder das eine verteufeln noch das andere…

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Wo Wissenschaft Abenteuer ist

Den Auftakt für die 2023er Ökofilmtour-Reihe in Wulkow bildete der bildgewaltige deutsch-dänische Kino-Dokumentarfilm „Into the Ice“. Koproduzent Stefan Kloos kam zum Filmgespräch in den Speicher und gab spannende Einblicke in die Entstehung des Films und seine Arbeit als Produzent. Vorführung "Into the Ice" Gespräch mit Koproduzent Stefan Kloos (rechts) Moderation: Fred Pilarski. Fotos: Katrin Springer Die Welt ein Stückchen besser machen - Filmgespräch mit Produzent Stefan Kloos Nein, er war nicht selbst mit auf Grönland. Das stellte Stefan Kloos gleich zu Beginn des Filmgesprächs klar. Seine Aufgabe als Produzent sei es, den Film zu organisieren und dramaturgisch zu begleiten. „Ich hätte da im Eis nichts organisieren können“. Er sehe sich als eher wie ein Satellit, der in einer Umlaufbahn um den Film kreist und der aus einer gewissen Entfernung dafür sorgt, dass er - hoffentlich - gut wird. Mit Regisseur Lars-Hendrik Ostenfeld teilt Stefan Kloos die Haltung zur Wissenschaft: Die müsse nicht dröge und langweilig sein. Im Film wird sie zum Abenteuer. Mit Polarforschern, „die viel aufgeben und sich einbringen, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die uns als Menschen weiterbringen - wenn wir denn auch zuhören wollen“, so Kloos. „Mich interessiert es immer, wenn wir an Filmen beteiligt sind, die etwas auslösen können. Ich sitze nicht dem Irrglauben auf, dass ich allein die Welt verbessern kann. Aber vielleicht können wir sie ein kleines Stückchen besser machen, in dem wir Gespräche anstoßen, die dann auf lange Sicht dazu führen, dass sich doch etwas verändert.“ "Verdammt, das kann richtig schiefgehen" Auf die Frage, ob es nötig war, sich für die Aufnahmen…

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Der Ökospeicher e.V. ist klimaneutral

Mit der Kompensation seines Fußabdruckes in Höhe von 12,8 Tonnen CO2-Äquivalent für das Jahr 2021 ist der Ökospeicher e.V. nun ein klimaneutrales Unternehmen. Den Bericht zum Corporate Carbon Footprint gibt es hier (pdf, 1MB) oder jederzeit über den QR-Code unseres Zertifikates.  

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Das war die Ökofilmtour 2022 in Wulkow

Weitere Infos zur Ökofilmtour 2022 finden Sie hier! https://boden.oekospeicher.de/oekofilmtour-2022/ Vier Filmveranstaltungen für Erwachsene, eine für die ganze Familie. Drei muntere Filmgespräche, eine Exkursion in die Wildnis mit anschließendem Kino-Brunch – das war die Ökofilmtour im März 2022 in Wulkow mit knapp 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Thematisch ging es um Klimaforschung in der Arktis, um den bewussten Umgang mit alten Geräten, um die zunehmende Wasserknappheit in der Region, um die Selbstverwirklichung interessanter Menschen und um die Kinderstube von Tieren. Fast zu allen Film-Themen fand der Verein als Mitveranstalter wieder regionale Anknüpfungspunkte für spannende moderierte Gespräche. Während die Resonanz bei der ersten Veranstaltung noch etwas verhalten war – 15 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg ins Speicherkino – waren die anderen Kino- und Diskussionsabende mit jeweils etwa 25 Teilnehmer*innen vergleichsweise gut besucht. Bewährt hat sich die Neugestaltung des ersten Obergeschosses, das erstmals im Rahmen der Filmtour als Speicherkino genutzt wurde. Das Kinoerlebnis konnte durch eine neue Soundanlage und einen lichtstärkeren Laserbeamer gesteigert werden. Das Publikum durfte die Filme auf neuen, bequemeren Stühlen mit mehr Abstand zueinander genießen. Die Leinwand ist nun deutlich größer. Eine leistungsstarke Filteranlage sorgte zusätzlich für Schutz vor Corona-Viren – Investitionen in einen „Neustart Kultur“, der durch das gleichnamige Förderprogramm ermöglicht wurde. Die Diskussionen fanden erstmals auf einem kleinen Bühnen-Podest statt, sodass die Gesprächspartner von allen Gästen gut zu sehen waren. Lediglich zum Familien-Kino-Brunch am 27.3. wurde der Film wie gewohnt im Vereinscafé gezeigt – das erste Obergeschoss war durch eine andere Veranstaltung belegt.

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Bibertour und Kinobrunch

Traditionell schließt die Ökofilmtour in Wulkow ab mit einer kinderfreundlichen Film-Vorführung samt Miniexkursion. Ursprünglich hatte der Verein für den letzten März-Sonntag eine morgendliche Vogelstimmenwanderung geplant. Der Experte fiel plötzlich wegen Corona aus, und so sprang Biber-Spezialist Gernot Preschel ein. Er nahm die rund 20köpfige Erwachsenen- und Kindergruppe auf eine Exkursion durch die Natur in Wulkow, auf den Spuren des Bibers. Was er nur wenige Meter abseits der bekannten Gutspark-Wege im Biotop am Dorfbach zeigen konnte, überraschte selbst langjährige Dorfbewohner: So türmte sich, etwas versteckt hinter dem früheren Kräutergarten, eine drei Meter hohe Biberburg auf. Ein geradezu kunstvoller Holzbau, der gleichzeitig auch als Damm dient und den Bach anstaut. Dass dieses Bauwerk künstlich zweigeteilt wurde, um das Wasser abfließen zu lassen, sieht der Natur- und Landschaftsführer nicht nur aus Artenschutzgründen kritisch, sondern auch aus praktischen Erwägungen. Wenn ein Damm zerstört wird, fängt der Biber sofort wieder mit der Reparatur an. Dafür holt er sich allerdings nicht das alte Baumaterial sondern besorgt sich grundsätzlich frisches. Das heißt, mit dem Eingriff wird die Zerstörung eher noch vergrößert. Besser wäre es, für das Wasser eine Umleitung zu schaffen. Und so war dann die Exkursion in die Biberlandschaft auch eine in die Schwierigkeiten des Biber-Managements. Unterdessen hatte Ökospeicher-Mitglied Ina Matthes seit dem frühen Morgen in der Speicher-Küche gestanden und den Familienbrunch vorbereitet. An das Essen schloss sich dann der Film an: „Wilde Tierkinder“ vom renommierten Naturfilmregisseur Jan Haft. Da gab es zwar keine Einblicke in die Kinderstube von Bibern, aber dafür in die von Vögeln, Fischen, Hamstern, Luchsen oder Wildschweinen. Wie immer bei den…

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Träum weiter! Wie ein Architekt Ideen teilt

Der Filmabend am 25.3. fing schon ungewöhnlich an. Auf dem Gutshof vor dem Speicher stand seit dem Nachmittag ein sehr, sehr kleiner Kleinlaster. Auf dessen Ladefläche war ein Holzhäuschen aufgebaut – kaum größer als die Hütte auf dem Spielplatz gegenüber. Von „Tiny“ – also winzigen – Häusern hatte man ja schon gehört. Aber so tiny? Ganze 2,5 Quadratmeter Grundfläche hat das Haus, erklärte Architekt und Besitzer Van Bo Le-Mentzel dem Publikum, und führte vor, dass alles drin ist, was man braucht: Zum Arbeiten, Schlafen, Kochen, Duschen und Aufs-Klo-Gehen. Da muss zwar allerlei hin und her geklappt werden. Aber irgendwie passt alles. Raffiniert durchdacht, effizient und trotzdem auch noch irgendwie gemütlich. Seine kleine Tochter passt auch mit rein und ist dort gern. Grund für die Vorführung war der anschließende Dokumentarfilm „Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung“. Der Dokumentarist Valentin Thurn porträtiert darin Menschen, die den Mut hatten, ihren eigenen Träumen zu folgen. Einer, der so ein berufliches Hamsterrad verlassen hatte und als Protagonist auftritt, ist Van-Bo Le-Mentzel. In der Diskussion nach dem Film erklärte er, wie wenig sinnstiftend es für ihn war, Marken-Shops zu designen oder Firmen auf Messen zu inszenieren. Heute arbeitet er in sozialen Projekten und teilt sein Wissen und seine Fähigkeiten mit anderen in Workshops. Das kleine Pickup-Haus vor dem Speicher ist für ihn tagsüber Büro und wird nachts als Kältebus genutzt und Berliner Obdachlosen angeboten, die dort für eine Nacht einmal wie in einem Hotelzimmer eine Tür hinter sich schließen können. Van Bo sieht sich als Diener am Gemeinwohl. „Ich muss keine Angst haben, dass ich was…

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